Kopmann Tierheilpraktikerin

Kraniosakrale Therapie in der Tierheilpraxis Kopmann

Osteopathie

Der Begriff Osteopathie leitet sich aus zwei griechischen Begriffen ab:

1) Osteon = Knochen
2) Pathos = Leiden, Erkrankung, Qualen, Gebrechen, Sorge, Kummer

Das lässt zunächst vermuten, dass die Osteopathie nur Erkrankungen des Bewegungsapparates heilen bzw. lindern kann – sie hat aber ein viel weiteres Spektrum. Mit Osteopathie lässt sich grob gesprochen sämtliches Bindegewebe im Körper behandeln. Dazu gehören: Knochen, Sehnen, Bänder, Gelenke, Muskeln, Faszien aber auch Organe, Organaufhängungen und das Nervensystem. Neben verschiedensten orthopädischen Problemen, klassischen „Blockaden“ und Bewegungseinschränkungen in den Gelenken, können wir mit der Osteopathie auch organische Erkrankungen unterstützend behandeln und über die Behandlung des Nervensystems auch Verhalten und Psyche beeinflussen.

Die Osteopathie versteht den Körper als mehr als nur die Summe seiner Einzelteile. Durch das Bindegewebe im Körper sind alle Strukturen miteinander verbunden und können einander beeinflussen. So kann z.B. eine Wirbelblockade in der unteren Halswirbelsäule Einfluss auf Zwerchfell und den Magen haben und z.B. Sodbrennen oder Erbrechen hervorrufen oder auch umgekehrt. Blockaden im Kopf-Hals-Gelenk können sich auf das Verhalten und die Psyche auswirken – weil dort wichtige Nervenstrukturen verlaufen – oder auch zu Lahmheiten der Vorderhand führen.

Zur Osteopathie gehören insgesamt drei osteopathische Systeme bzw. Behandlungsarten, die auch bei unseren Hunden angewandt werden. In der Regel werden alle bzw. mehrere Techniken in einer Sitzung angewandt. Das Fasziensystem verbindet alle drei Systeme und kann daher Restriktionen in alle Bereiche des Körpers übertragen.

Die verschiedenen Behandlungssysteme werden auf den folgenden Seiten näher erläutert.

Die Werkzeuge eines Osteopathen sind dessen Hände – sie müssen sich in die verschiedenen Gewebsschichten sanft einfühlen, Spannungen wahrnehmen und diese lösen. Dabei wird immer ganzheitlich gearbeitet, da sich die Verbindungen des Gewebes durch den ganzen Körper ziehen und damit häufig Symptome an einer Körperstelle ihre Ursache in einem ganz anderen Gebiet haben. Im Gegensatz zur reinen Physiotherapie wird hier also nicht nur ein einzelnes Gelenk behandelt, sondern alle Störungen/Blockaden des Bindegewebes, die damit einher gehen. Durch das Lösen der Bindegewebsspannungen und die damit einhergehende Ordnung/“Sortierung“ der Bindegewebsfasern kann der Körper sich wiederum selbst regulieren und heilen.

Der ganzheitliche Ansatz der Osteopathie bedingt dann auch eine deutlich längere Behandlungsdauer pro Sitzung als in der Physiotherapie, wobei die Behandlungen in der Regel auch viel seltener erfolgen müssen.

Gerade auch für ältere Hunde, unsichere oder ängstliche Hunde oder Hunde mit z.B. starken Schmerzen, die keine physiotherapeutische Behandlung zulassen würden, ist die Osteopathie eine ausgezeichnete Alternative. Hier wird mit kleinen und saften Bewegungen gearbeitet, die für den Besitzer manchmal von außen kaum sichtbar sind und für den Hund dadurch häufig leichter zu erdulden und angenehmer sind. Viele Hunden schlafen bei der Behandlung sogar ein oder liegen ganz entspannt auf der Seite. Aber selbst, wenn das nicht der Fall ist, kann osteopathisch erfolgreich gearbeitet werden. Aber auch bei ständig wiederkehrenden Blockaden oder Einschränkungen, die phystiotherapeutisch nicht dauerhaft zu lindern sind, ist die Osteopathie DIE Behandlungsform.

Vizerale Therapie am Hund bei der Tierheilpraxis Kopmann
Parietale Therapie am Hund in der Tierheilpraxis Hude

Die meisten Menschen verbinden mit der Osteopathie hauptsächlich Faszien und deren Behandlung. Faszien sind dreidimensionale, lebende Bindegewebsschichten, die sich durch den ganzen Körper ziehen, untereinander verbunden sind, miteinander kommunizieren können, Stoffwechsel betreiben und sich je nach Beanspruchung jederzeit umbauen können. Sie enthalten verschiedene Fasern (Kollagenfasern, elastische Fasern), Immunzellen, Flüssigkeit, aber auch Fettgewebe, werden von Nerven und Blutgefäßen durchzogen und enthalten sogar Schmerzrezeptoren. Die verschiedenen Faszien überziehen alle Organe, Muskeln, Gelenke, Knochen oder sind in der Unterhaut eingelagert. Je nach Aufgabe sind sie straffer oder lockerer angeordnet und reagieren auf Stress, sowie auf Über- oder Unterforderung. Dadurch, dass sie alle miteinander verbunden sind, können sowohl Probleme durch den ganzen Körper übertragen werden.

Früher wurden die Faszien in der Anatomie und Medizin als bedeutungslose Hüllen gesehen, die einfach weggeschnitten wurden. Heute weiß man, welch enorme Wichtigkeit sie im Körper spielen und welchen immensen Einfluss sie auf die Gesundheit oder auch Krankheit haben können. Würde man alle anderen Bestandteile des Körpers außer der Faszien entfernen, sähe man ein perfektes Abbild des Körpers.

Da die Faszien (das Bindegewebe) wirklich alles überziehen, kann man über deren Behandlung einen großen Einfluss auf den Körper und seine Heilung nehmen.

Auf Arte gibt es ein sehr empfehlenswertes Video zur Welt der Faszien und deren Bedeutung.